Das Pilotprojekt

Das Pilotprojekt „Soziale Servicestelle Osttirol“ ist eine sozialpolitische Maßnahme zur Senkung sozialer Problemlagen im Bezirk. Die Projektidee, nämlich eine Anlaufstelle für Menschen in sozialen Problemsituationen zu schaffen, entstand durch eine Kooperation zwischen dem Land Tirol und dem Roten Kreuz. Die Eröffnung der Sozialen Servicestelle erfolgte im Juni 2018. Das Pilotprojekt ist auf die Dauer von 3 Jahren finanziert.

Träger des Projektes sind die Bezirksstelle Osttirol des Österreichischen Roten Kreuzes und das Land Tirol, über dessen Dienststelle vor Ort, der Bezirkshauptmannschaft Lienz.

Die Räumlichkeiten der Sozialen Servicestelle befinden sich in der Bezirksstelle Osttirol des Roten Kreuzes und die Tätigkeit der Erwachsenensozialarbeit ist im Referat Gesundheits- und Soziale Dienste (kurz GSD) des Roten Kreuzes angesiedelt.

Aufgrund der Projektkonzeption und Zusammenarbeit des Landes und des Roten Kreuzes ist eine Mitarbeiterin der BH Lienz in der Servicestelle tätig. Sie übernimmt Aufgaben der Erwachsenensozialarbeit. In der Struktur des Teams wird somit die Zusammenarbeit des Landes und des Roten Kreuzes nochmals deutlich.

Viele Problemlagen werden zunehmend komplexer und damit verbunden herrscht zunehmendes Unwissen darüber, welche Unterstützungsmöglichkeiten es im Allgemeinen gibt und wohin man sich im Speziellen mit den diversen Problemlagen wenden kann. Hier soll die Soziale Servicestelle mit ihrer Aufgabe der Drehscheibenfunktion einsetzten. Die Soziale Servicestelle soll eine Erstanlaufstelle für Menschen in sozialen Problemlagen sein. Im Erstgespräch findet eine Sozialanamnese und Problemanalyse statt. Diese soll es ermöglichen die KlientInnen zielgerichtet an spezifische Fachinstitutionen im Bezirk zu vermitteln. Aufgrund der Konzeption besteht für die MitarbeiterInnen der Erwachsenensozialarbeit/psychosozialen Beratung die Möglichkeit die Klientinnen und Klienten auch zu den besagten Institutionen zu begleiten und damit den Übergang zu erleichtern. Ziel der Sozialen Servicestelle ist daher, die KlientInnen an die spezifische Fachinstitution weiterzuleiten und nicht Aufgaben von bereits bestehenden Institutionen zu übernehmen und so eine Konkurrenz darzustellen.

Um die oben erwähnte Drehscheibenfunktion professionell ausführen zu können, ist es notwendig, die soziale Landschaft Osttirols sehr gut zu kennen. Dies beinhaltet neben dem reinen Wissen über die Existenz von Institutionen auch das Wissen über die MitarbeiterInnen, Öffnungszeiten, konkreten Angeboten und ihre Arbeitsweisen und Zielgruppen. Zu diesem Zweck besteht ein intensiver Austausch mit anderen Osttiroler Sozialeinrichtungen.

Aufgrund der Teamzusammensetzung aus einer Psychologin und Sozialarbeiterinnen wird interdisziplinär gearbeitet. Es hat sich als große Ressource gezeigt, dass die KlientInnen sowohl psychosozial als auch sozialarbeiterisch betreut werden können. Durch die unterschiedlichen Fachdisziplinen können in der Fallbearbeitung und -besprechung unterschiedliche Ansätze und Sichtweisen eingebracht werden.